Erblast: Drittgeschlecht (2002)

Pure Aggression
(слова Освальда Хенке)

Keiner sucht, keiner weiß...
Es ist vorbei...
Das Allerlei deiner Worte,
Falsche Münzen, sprich dein Mund.
Formt er Lügen.
Triffst Du mich,
Treff ich Dich.
Mit dem Spiegel deiner Taten,
Jede Wahrheit ist mein Preis.

Es ist pure Aggression,
Pure Aggression
Zu schweigen.


An einem Tag - In einer Nacht
(слова Юлианы фон Скексис)

Schwere Last auf meinen Schultern
Fällt und reißt mein Herz entzwei.
Da liegt sie da und sieht mich an,
Lauernd, wartend auf mein Leid.

Oberflächlich glattgestrichen,
Innerlich zerwühlt in zwei.
Hälften oder waren's auch drei,
'ne Menge Stückchen noch dabei.

Wir liegen beide so herum,
Total zerstört und warten stumm.

An einem Tag,
Zu viel gedacht,
Zu viel geheult,
Ein Tränenbach...

Tränenbach umspült die Stückchen,
Ein Teil der Last wird weich zu Brei.
Der Rest der Last ist lahmgelegt,
Der Lehm fixiert jetzt auch mein Leid.

An einem Tag zerbrochen,
In einer Nacht geheilt,
So schnell kann geh'n,
Denn Wunden wachsen,
Weit aus schneller zu.
Als sie entstehen uns,
Sie vergehen.

Was in Teilen war,
Hält mit Fugen doch.
Aus dem Neuen aller Teile
Formt mein Fleisch Zerstörtes
Und heilt in einer Nacht...

Das Wasser küsst,
Das Salz vergißt...


Drittgeschlecht
(слова Освальда Хенке)

Im Glashaus sitzt der Glaube,
Wartet und wirft mit Watte gegen böse Buben,
Die den Kerl im Glashaus
Endlos lang betrachten.

Ehrenwert - unehrenhaft,
Wahrheitsmaß - asexuell - nach Außen hin,
Prunkvoll, weltfremd oder bettelarm,
Helfen durch Verbote - Gebote welcher Macht?
Geld verdienen, Ablaß, lastfrei,
Veröffentlichte Schrift unbekannter Autoren,
Zwei Bücher fehlen -
Über Engel,
Über Sinn.

Wer Gottes Silbennamen kennt,
Kann sich selbst zum Gott erheben.
Kein Seraphin huldigt dem einen.


Ist der Teufel der gefallene Erstgeborene
Oder nur das verwöhnte zweite Kind?
Vom Rächer zum Vater
Entschuldigt jede Tat,
Die Beichte spricht den Sünder frei.
Sind Engel Männer oder Frauen,
Ein Drittgeschlecht?
Hermaphroditen, in sich selbst verliebt,
Können Engel lachen?
Weinen?

Im Glashaus sitzt der Glaube,
Wartet und wirft mit Watte gegen böse Buben,
Die den Kerl im Glashaus
Endlos lang betrachten.

Wer Gottes Silbennamen kennt,
Kann sich selbst zum Gott erheben.
Kein Seraphin huldigt dem einen.


Das Drittgeschlecht weilt unter uns...


Der Kelch der Wahrheit
(слова Освальда Хенке)

Erst fern glitt rauher Nebel,
Nah an unserer beider Wagen,
Kalt und blind und voller Zorn.
Nahm Angst, uns jäh gefangen,
Die Wolkenlichter stürzten
Und beugten so ihr Haupt,
Umschlossen wie ein Schleier,
Lobpreisten ihn im Tausch.

Am Waldrand stehen Könige.
Sie verloren ihren Atem,
Stachen ihre Augen aus,
Und fingen an zu warten.

Der Kelch der Wahrheit war noch leer.

Doch der Dritte ward geboren.
Die grauen Weisen neigten stumm ihr Haupt,
Verschluckten ihre Zungen,
Und spuckten stumme Fragen.
Unvergeßlich auf den Grund,
Die Herrlichkeit war Grauen.
Und die Tränen schwarzes Erz,
Vernichten jede Trauer.
Von welcher Sehnsucht sprich dein Herz?
Und mit Erz füllt nun der Dritte
Den Kelch der Wahrheit mit Schwermut ein...

Erst fern glitt rauher Nebel,
Nah an unserer beider Wagen,
Kalt und blind und voller Zorn.
Nahm Angst, uns jäh gefangen,
Kostet den Geschmack der Wahrheit.
Er ist leer.

Der Kelch der Wahrheit,
Lügenschwer,
Und von jedem Kuß befreit.


Frei von Narben
(слова Освальда Хенке)

Glück liegt nicht im Fleisch verborgen,
Die Klinge findet nichts,
Der Schmerz ist nur ein Drogenbiest,
Das sich selbst ernährt.

Angst davor sich zu verlieren,
In Träumen oder schlicht Gefühlen,
Sich zu verirren,
Ungekränkt zu überleben...

Traumlos - schlaflos,
Nur vom Schmerz getäuscht,
So schlaf' ich nicht,
Dann träum' ich nicht,
Im Wachen muß ich sterben.
Im Wachen muß ich sterben.

Frei von Narben,
Schlafen - träumen,
Leben, leben unverletzt,
Die Zukunft ändern,
Die Zukunft ändern.

Glück liegt nicht im Fleisch verborgen,
Die Klinge findet nichts,
Der Schmerz ist nur ein Drogenbiest
Das sich selbst zerstört.

So schlaf ich nicht,
Dann träum' ich nicht,
Im Wachen muß ich
....sterben


XIII
(слова Освальда Хенке)

Nach 13 Steinen suchte ich,
Bekam ein Kuß zu viel.
So fiel ich tief und aus dem Schoß
Mir als Gefängnis schien.

Mir ging die Lust verloren,
Als ich meine Seele traf.
Im Freifall schien sie fast zu warten,
Unendlich leer der Tag.
Die Blätter tanzten nicht,
Sie ruhten bunt.
Am 13 neuen Tag
Die 13 war ein Kuß zuviel.
Mir meinen Verstand verbarg,
Mit einem fremden Herz verband,
Mir eine Seele gab.

Sie war wie Licht
Ungreifbar wahr...
Kein Engel,
Nur ein Menschkind,
Doch mir unendlich nah...


Lichtprinzessin (Wahrheit - Teil V)
(слова Тима Гофманна)

Ein Blick, ein Hauch, mit Worten küssen,
Und plötzlich perlt das Leben in silbersanftem Licht.
Unsere Wahrheit braucht noch kein Gewissen,
Solange Vertrauen den wirren Geist der Vernunft zerbricht.

Sanft wie das Licht tausend berstender Sonnen,
Giet mir dein Mund taufrisch Honig zum Wahn.
Im Stromfluß der Körper die Seelen zerronnen
Und die Zeit hält erstmals ihren Atem an.

Du bist die Lichtprinzessin,
Sternenfeuerklar...
Du bist die Lichtprinzessin,
Schattenduft im Haar...

Ein Stern erwacht im Silberlicht.
Aus "ich" wird "wir", mich gibt es nicht...
Was vorher zwei sind eins im Licht
Aus "ich" wird "wir", mich gibt es nicht...

Du bist die Lichtprinzessin,
Sternenfeuerklar...
Fühle die Lichtprinzessin,
Schattenduft im Haar...
Brauche die Lichtprinzessin,
Schönsinn wunderwahr...
Du bist die Lichtprinzessin,
Sternenstaub im Haar...


Dir wird bewußt
(слова Освальда Хенке)

Pünktlich schreien.
Mütter säugen.
Väter schlagen.
Leben lernen.
Traum vergessen.
Rebellieren.
Kürzer Schrei.
Stumme einsicht.
Gleich im Schritt.
Machtvoll kleiden.
Wort neutral.
Dazu korrekt.
Verneinte Wahrheit.
Reich korrupt.
Weisheit heucheln.
Listen schreiben.
Worte beten.
Ehen schließen.
Kinder zeugen.
Liebe lügen.
Frau betrügen.
Häuser bauen.
Stürzen ein.
Geister scheiden.
Menschen auch.
Verrückte Gleichheit.

Und keine Zeit...
Ergraut und weise...
Und keine Zeit...

Weiße Reise.
Töter Geist.
Verstandbefreit.
Träume leben.
Wissend fallen.
Enttäuscht vom Geist.
Erreicht gequält der Leib.
Väter sterben.
Mütter lieben.
Und du...
Dir wird bewußt...


Leere
(слова Освальда Хенке)

Gedanken fallen in Zeitlupe,
Bleiben stehen, warten, fallen weiter...
Tiefe Leere - von Gefühlen befreit.
Eine Zeit-Cäsur.
Vorher, nachher, alles unwichtig...
Ein langer Weg im sternenleeren All.
Körperlich in fremder Atmosphäre,
Leuchtend sterben im Sauerstoff verglüh'n.
Dem Betrachter Glück versprechen,
Ganz unverbindlich,
Fülle die Leere mit meinem Schweif...
Aus grellem, weißen Licht
Bring Licht in fremde Herzen,
Verzehr' mich selbst...
Der Kerze gleich,
Freudentränen tropfen zäh...
Die Trauer fließt, flüchtet,
Ein Augenblick voll Wärme,
Ich fühl nur jetzt nicht Morgen oder Gestern.

Die Leere, sie fesselt mich,
Erstickt mein Licht,
Die Lust zu leben.


Treibsand
(слова Юлианы фон Скексис)

Und ich lauf und ich lauf
Über Sand und Schlamm,
Entlang des Flusses Bett,
Dessen Wasser sich vergaß.
In Wolken und ich
Dort wo auch ich gerne wär'.

Einen Augenblick blick ich zurück,
Bleib stehen auf meinem Fleck,
Weich nicht vor,
Beweg mich nicht,
Tief und tiefer sinke ich,
Mein Standfleck verschlingt mich,
So füg ich mich hier ein ins Bild,
Bleibe da und bin bald weg.

Ich bleibe hier im Sand,
Und laß mich treiben...

Jetzt liegt es im Ermessen
Des Sandes unter mir,
Ob mein Interesse mich verzehrt.
Ein Wolkenbruch bricht mein Erleben,
Und ein Beben fördert Wasser hier zu mir,
Und deckt mich zu.

So bin ich da, wo ich gern war,
So war ich da, wo ich gern wär'.