Erblast: VI (2000)

Sei wie eine Fremde
(слова Эндрю Элдритча, песня "Some Kind Of Stranger",
перевод Освальда Хенке и Минди Кумбалек)

Worte haben alles zerstört,
Aber ich glaube an das, was uns verband.
Es war erst gestern, als ich dich verließ,
Und Gott weiß, ich habe versucht, es zu erklären...

Wir unterhielten uns in Millionen von Gesprächen,
Die uns keinen Schritt näher brachten.
Vorsicht und Rücksicht ließen uns unentschlossen zurück.
Alles, was wahrhaft ist, und was ich letztendlich ganz sicher weiß, ist,
Das Wissen im Vergleich zu Gefühlen nicht allzuviel bedeutet...
Die sehnsüchtige Glut, wenn zwei Körper sich treffen
Und gegenseitig berührend erkunden.

Alle meine Worte sind bedeutungslos,
Nutzlos im Angesicht dieser Vernunft und unerklärlichen Gründen,
Fahl von einem einzigen Kuß...

Ich habe so viele Dinge gehört, die ich überhaupt nicht verstehe.
Das Geräusch unbekannter Schritte im Flur würde mich zufriedenstellen.

Alles, was wahrhaft ist, und was ich letztendlich ganz sicher weiß, ist,
Das Wissen im Vergleich zu Gefühlen nicht allzuviel bedeutet...
Die sehnsüchtige Glut, wenn zwei Körper sich treffen
Und gegenseitig berührend erkunden.

Da die Welt grausam ist und Versprechen immer gebrochen werden,
Brauchst Du mir nichts zu versprechen,
Biete mir nicht deine Treue an.
Die Wahrheit wird doch nie ausgesprochen.

Ich weiß, daß die Welt kalt ist,
Aber wenn du dich an Erinnerungen klammerst,
Dann macht es dir vielleicht nicht allzuviel aus.
Namen sind nur Andenken,
Und obwohl Erinnerungen jahrelang weiterleben können,
So ist doch irgendwann alles vorbei und vergessen.

Sei wie ein Engel,
Laß mich in deine Augen sehen.
Frage mich nicht, warum und weshalb,
Vernunft oder Überraschungen.

Ich mag keine Worte, sie sind unpassend.
Und es ist mir egal wie sie dich nennen.
Sag es mir später, wenn überhaupt,
Denn egal, es wird dauern, bis es der Liebe gelingt,
Mich erneut einzufangen.

Komm her, du bist so wunderschön,
Ich bin bereit für ein Wiedersehn,
Sei wie ein Engel, komm herein!
Komm her, du bist so wunderschön,
Ich weiß du bist so wunderschön,
Sei wie ein Engel, komm herein...

Komm her, du bist so wunderschön,
Ich bin bereit für ein Wiedersehn,
Sei wie eine Fremde, komm herein!
Komm her, du bist so wunderschön,
Ich weiß du bist so wunderschön,
Sei wie eine Fremde, komm herein...


Zweiglücksamkeit
(слова Освальда Хенке)

Zwei sind eins, die lieben sich.
Eins allein, verlaß mich nicht.
Gelebte Zeit in Zweisamkeit.
Allein gelebt, bleibt Einsamkeit.

Verlaß mich nicht,
Ich brauche dich.

Allein zurück, verfolg ich dich.
Zweiglücksamkeit, ich wart auf dich.
Gelebte Zeit in Zweisamkeit.
Allein gelebt, bleibt Einsamkeit.

Zweiglückzweigemeinsamkeit...
Zweiglückzweigemeinsamkeit,

Die brauche ich...


Geschöntes Verlangen
(слова Освальда Хенке)

Die flackernde Kerze
Wirft zitternde Schatten,
Verführt die Augen
In ein träumendes Reich.
Betörend der Körper,
Die Haut und das Fleisch,
Erkundet der Mund nun
Den bebenden Leib.

Geschöntes Verlangen,
Orangerote Frucht,
Laß mich dich kosten,
Beatme die Lust.

Opfert sich Wissen
Unterwirft sich dem Schweiß.
Der Duft eines Körpers
Benebelt den Geist,
Beschwört jeder Muskel,
Den Gipfel, der Lust,
Erwartet die Wärme,
Den lebenden Fluß...

Geschöntes Verlangen,
Orangerote Frucht,
Laß mich dich kosten,
Beatme die Lust.


Bittermandelblick
(слова Освальда Хенке)

Bittermandelblick
Fernab vom weißen Licht...
Bittermandelblick
Fernab vom weißen Licht...
Im Winkelpunkt gebleicht,
Das Bild verirrt im Weiß,
Im Augenblick geküßt,
Das Bild verirrt sich nicht...

Konzentrier dich nicht...
Bittermandelblick...
Konzentrier dich nicht...
Bittermandelblick...
Scharfes Licht zerstört,
Preist die Hölle feil,
Der Himmel ist tristleer,
Alle haben frei...

Vergib der Zeit, die Träume lähmt,
Verschlucke nie den Gottbeweis,
Denn wenn allein die Unschuld fällt,
Füllt das Fleisch den Platzverweis...


Erblast
(слова Освальда Хенке)

Es sind die formfreien Wiesen vor dem Fenster,
Einst grün - jetzt welk.
Eigenartig, wenn ruhendes Leben
Ein Ablenkunsmanöver inszeniert.
Tristgraue Gedanken beiseite schiebt,
In vergangenes Leben als Erinnerung entführt.

Klein ist sie, die Welt,
Nur ein 360 Grad umspannendes Bilderwerk atmenden Leben.
Unbedeutend: ICH WIR SIE ES - uns alle.

Erblast - es ist Zeit, sich zu befreien.

Elemente, leider auch die Menschen
Formen, verändern, tragen: Lasten...
Erben Lasten, nicht nur Sünden...

Ich führe ein wenig schmarotzend Regie,
Zukunftslose Prognose,
Ursprünglich monumental,
Breitbild, Dolby Surround,
Einfach atemberaubend...
Für manch einen
Zu laut,
Zu bunt,
Zu grell,
Zu künstlich,
Zu zukunftslos, gänzlich ohne Seele,
Aber schwer,
Eine Last,
Erblast.

Erblast - es ist Zeit, sich zu befreien.

Informationen überdauern mit Sicherheit nicht die Ewigkeit.
Erinnerungen belasten,
Nicht nur Hieroglyphen stimmen schweigend zu.
Wer kann sie entziffern?
Sie erblassen in der Erinnerung der Zeit,
Vergangene Altlast...

Erblast...
Erblast der Zeit...
Erblast - es ist Zeit, sich zu befreien.

Wer möchte schon die Gegenwart erben?
"Ich!"
Sei still und geh spielen!
Wir sind die Zukunft der Verstorbenen -
Ihre Erben...
Zeiterben...
Es ist an der Zeit, sich von der Zeit zu befreien.
Zeitlos... ohne Last?
Sie bleibt uns.
Jetzt trage ich sie, aber gerne...

Erblast - es ist Zeit, sich zu befreien.


NachtNebelNelken
(слова Тима Гофманна)

Mein Verstand ertrinkt im Endloshonigband,
Bewegugslos verschmolzen...
Befiehlt Giersucht den Körper im ewig wogenden Nimmermehr.
Fern im süßen Dunst Glückseligkeit,
Koste ich vom Duft,
Sanft brennender Nelken.
Die Knospen im eisklaren Sternenlicht
Durchdringen mit fesselnd lähmenden Schwaden,
Tauchen ein in den irren Schrei sich erinnernder Zeit.

NachtNebelNelken...
NelkenNebelNacht...

Nachttief...
Samtweich...
Hauteng...
Ungleich...
Wie Zimt so rauh...
Tropfnaß vom Tau...

Gefangen im gierenden Endloshonigband,
Gebettet in Näße, vom Geruch fasziniert,
Alraunenrufe flirren...
Gegossen im Jetzt, ertrinkt so die Zunge im Honig der Lust,
Von NachtNebelNelken zum süßen Laster verführt...


Alienhonig
(слова Тима Гофманна)

Die fünfte Knospe muß gedeien
Alienhonig der gleißenden Gier
Götzendienlichen Labsals luftschürfend zu entfiltern.

Die fünfte Knospe muß gedeien
Alienhonig gegen das saure Salz der Tränen
Und den bitteren Zucker der Lust zu schaben.

Die fünfte Knospe muß gedeien
Alienhonig der geschlürften Auster flüssiger Perle
Mit bleckendem Finger traumsicher zu entlocken.

Alienhonig.

Die Quelle kann nicht am Gipfelpunkt der Sucht versiegen,
Denn glasklar zäh lockende Alraunkonfitüre
Vermag sich von Lichtjahren her einzig dem Stumpfsinn zu entziehen.

Gott!.. ist ein flüssiges Nektargas...
Ist ein flüssiges... Nektargas...
Gott ist ein flüssiges... Nektargas...

Alienhonig.


Rotsüße Tränen (Wahrheit - Teil IV)
(слова Освальда Хенке)

Ich verrate dich nicht,
Wenn ich unsere Zukunft
Für drei Tage Glück verkaufen werde,
Denn ich habe sie gesehen.
Die Allmacht der Gewalt...
Die entsetzten Augen...
Marschierende, brennende, stumme Tiere...
Wortlos folgen sie dem Kind...

Rotsüße Tränen...
Rotsüße Tränen...

Unberührt... unschuldig... unnahbar...

Rotsüße Tränen...
Rotsüße Tränen...

Wo bleibt die Wahrheit?


Es ist...
(слова Освальда Хенке)

Es ist nicht Stein, noch Fleisch, noch Geist.
Es überlebt, ohne zu leben.
Atmet nicht,
Ohne zu hoffen verzehrt es sich...
Duldet...
Verzeiht...

Wahrheit - gesucht - gefunden - aufgelöst...
Was finden? Was suchen?

Es ist...

Begehren oder ehren,
Verbeugen oder gemeinsam fallen,
Im Strudel zirkeln,
Wasser schlucken,
Doch nie des Atem beraubt ertrinken müssen.

Es ist...

Lust atmen,
Vorher,
Nachher,
Nie mehr,
Und doch immerzu...

Es ist nicht Stein, noch Fleisch, noch Geist...
Es ist...

Nimm meinen Körper,
Ich schenke ihn dir.
Berühre mein Gesicht,
Und töte meinen Verstand mit deinen Küssen.

Es ist die Wahrheit, die niemand versteht.