Goethes Erben: Glasgarten (2001)

Glasgarten

Wie aus Wasser geformt - erstarrt,
Gesprungenes Lachen,
Elfenstimmen eilen
Zwischen den klaren Blüten,
Eisgleicher Äste,
Glashafter Bäume...

Ob sie wohl Leben?
Sie werfen keine Schatten,
Nur gebrochene Bilder...
Sie fächern das Licht.

Im Glasgarten verirrt sich die Zeit,
Und bleibt als Moment erhalten...
Und bleibt als Moment erhalten...

Nur der Mond weist den Weg zum Morgen,
Erlaubt der Sonne einen neuen Tag,
Im Glasgarten küßt der Mond das Licht.

Ganz aus Glas,
Kalt wie Eis,
Jeder Baum im Glasgarten.
Blüten rein wie Kristall
Jeder Ton im Glasgarten.


Nichts duftet
Geschmacklos die Frucht.
Wer genießt sie?
Schön...
Im Kristallglas
Verirrt sich das Licht.

Nur der Mond weist den Weg zum Morgen,
Erlaubt der Sonne einen neuen Tag,
Im Glasgarten küßt der Mond das Licht.

Ganz aus Glas,
Kalt wie Eis,
Jeder Baum im Glasgarten.
Blüten rein wie Kristall
Jeder Ton im Glasgarten.


Die Blumen wirken spröde und starr.
Wem sollte ich diese Kälte schenken?
Die Leere zumuten,
Unmöglich sie zu pflücken.
Sie zerspringen in abertausend Splitter,
Winzige Kristalle, die im Fallen singen,
Den Atem der Elfen begleiten an jedes Ohr,
Das bereit ist zu hören.

Und die Blumen wirken spröde,
Ganz unmöglich sie zu pflücken.
Sie zerspringen in Kristalle
Die im Fallen leise singen.
Und der Atem sanfter Elfen,
Die den kleinsten Ton begleiten
Durch den Garten ganz aus Lichtern
An dein Ohr, wenn du denn hören kannst.


Nur der Mond weist den Weg zum Morgen,
Erlaubt der Sonne einen neuen Tag,
Im Glasgarten küßt der Mond das Licht.

Ganz aus Glas,
Kalt wie Eis,
Jeder Baum im Glasgarten.
Blüten rein wie Kristall
Jeder Ton im Glasgarten.


Wie alles - klar - glatt - rein...
Wie alles - klar - glatt - rein...

Ganz aus Glas,
Kalt wie Eis,
Jeder Baum im Glasgarten.
Blüten rein wie Kristall
Jeder Ton im Glasgarten.



Vermißter Traum

Das Wasser klar - befreit das Leben,
Umschließt jetzt kalt - als Eis den Leib.

Ein Puppenkind - in blassem Rot-Ton
Erstickt im Eis - wie Zuckerguß.

Vermißter Traum - ich will jetzt tanzen
Im kalten Bach - ganz regungslos...
Vermißter Traum - will dich erträumen
Ein letztes Mal - mit dir allein...

So süß geträumt - doch ohne Freude,
Niemals gesucht - und nie befreit...

Es kämft allein - gegen Narben,
Mit blauen Lippen - der Mund einst rot...

Dem Glanz beraubt - ein kalter Körper...
Die Zukunft friert - Pandora tanzt...

Sie holt die Puppen - die Kinderkörper...
Ein Weinen fehlt - die Augen blind...

Vermißter Traum - ich will jetzt tanzen
Im kalten Bach - ganz regungslos...
Vermißter Traum - will dich erträumen
Ein letztes Mal - mit dir allein...

Vermißter Traum - ich will jetzt tanzen
Im kalten Bach - ganz regungslos...
Vermißter Traum - will dich erträumen
Ein letztes Mal - mit dir allein...

Kaputtgeliebt - zerstörte Seelen,
Mißhandelt leer - so ohne Sinn...

Leergeliebt - verstörte Träume.
Es ist kein Mensch - der keinem fehlt.

Vermißter Traum - ich will jetzt tanzen
Im kalten Bach - ganz regungslos...
Vermißter Traum - will dich erträumen
Ein letztes Mal - mit dir allein...

Vermißter Traum - hör auf zu atmen
Sieh den Ast - den Baum, den Wald...
Vermißter Traum - will dich berühren
Ein letztes Mal - bin ich allein...


Die Tür in die Vergangenheit (live)

Eine knarrende schwere Eichentüre
Ist die Pforte in eine längst vergessene Welt.
Der Glanz vergangener Tage matt
Wie die stummen Spiegel an der Wand.
Vorbei sind auch die Stunden
Als das Haus noch voller Leben war.
Wenn man die Augen schließt,
Hört man noch die Schritte -
Das Lachen - die Stimmen
Derer, die damals hier lebten.

Die Tür in die Vergangenheit...
Die Tür in die Vergangenheit...

Man spürt die Freude, auch das Leid,
Das damals hier das Schicksal war.
Leere Gänge, kahle Wände,
In weißes Tuch gehüllte Möbel,
Die Uhren sind längst stehengeblieben.

Eine knarrende schwere Eichentüre
Ist die Pforte in eine längst vergessene Welt.
Der Glanz vergangener Tage matt,
Wie die stummen Spiegel an der Wand.

Die Tür in die Vergangenheit...
Die Tür in die Vergangenheit...
Die Tür...


Pascal lacht (live)

Dein süßes Lächeln fing jedes Herz.
Mehr als ein Jahrzehnt gebannt in Fleisch und Blut,
Das lachte, schrie und lebte.
Schwarzes Haar im Kontrast zu blasser Haut.
Schimmerndes Pergament, das deinen kleinen Körper,
Sanft umschloß.
Du warst fröhlich,
Schriest und tobtest,
Sprangst,
Fielst
Und...

Unfaßbar war dein Schweigen.
Dein Lachen war verstummt.
Solange ich auch flehte.
Du gebarst kein Wort.
Du lagst nur da und schliefst.
Die Zeit lief weiter.
Und in der Nacht hörte ich dein Weinen,
Dein Schrei, dein Schrei, deine Schreie...
Nacht für Nacht hallten deine Schreie...
Die schwarze Leere spiegelt all die Tränen wieder
Die ich vergoß...

Mein Schmerz begann mich aufzufressen.
Nacht um Nacht hallten deine Schreie,
Nacht um Nacht...

Ein neuer Traum begann zu leben...