Henke: Vom A zum F (2011)

Vom A zum F
(In Memory of Falk Lenn)

Zeit betäubt mich
Wischt die Tränen weg
Hilft mir mich zu erinnern
An das, was schön war
An das, was erlebt wurde
Erlebt mit dir

Vom A zum F...
Vom A zum F...

Tief stürzt man
Wenn man keinen Halt hat
Keinen Halt findet
Einen niemand fängt
Nur tröstet

Die Wucht des Lebens
Sie erstickt so viel Lachen
Raubt einem die Illusion
Ein König zu sein
Das Leben ist
Kein Rotweingelage
Und kein Frauenschrein...

Vom A zum F...
Vom A zum F...

Zweifelnd zurückgelassen
Von Wahrheitsfragen
Stück für Stück
Gestorben vor dem Tod...

Er kam

Wie gerne möchte ich schreien
Doch bleib ich stumm
Ich weiß
Menschen gehen irgendwann

Doch warum gestern
Morgen, heute?


Das

Durch den Regen laufen
Nicht naß werden
Schneller als das Wasser
Das um uns stürzt
Hinter uns liegt alles
Vor uns nur noch mehr

Das das was war
Das das was ist
Das das was bleibt
Das das was kommt

Die Fraktur der
Gleichschaltung
Die Rebellion
Das Chaos regiert
Der tot als Bruderkuss
Die Schwester schreit
Treibgut der Macht

Das das was war
Das das was ist
Das das was bleibt
Das das was kommt

Zeige mir das
Was ich suche
Zeig mir mich
Das was ich bin

Das das was war
Das das was ist
Das das was bleibt
Das das was kommt


Blind

Blind
Nichtwissen
Ohne Namen
Namenlos
Nur Worte
Schriftform

Blind

Entscheidung
Fahren
Warten
Sehen
Bleiben?
Gehen?

Beim Bleiben
Sex
Beim Gehen
Weiter
Namenlos
Vielleicht
Worte
Verbal
Hörbar

Berühren
Genussversuch
Gescheitert?
Genossen?
Teilerregt
Abreagiert
Nur Lust
Abgeregt

Gestillter
Körperhunger
Ungestilltes
Gefühlsbegehren

Geschmacklos
Blind
Für meine Seele
Potentieller Feind
Gefährlich
Tödlich

Blind
Für meine Seele


Spuren im Schnee

Der Wind beißt eisig im Gesicht.
Der Atem sticht spitz die Lunge
Bei jedem Atemzug aufs neue.
In den Gedanken lebt die Vergangenheit,
Die Kindheit, die Jugend, die Freunden, der erste Kuß,
Aber auch Liebeskummer, Eifersucht,
Krankheit und Haß...

Das Gute beginnt im Geist zu trüben,
Das Schlechte überwiegt.
Die Waagschale senkt sich auf die dunkle Seite.
Nur begrenzt vom Tod?
Die Einsamkeit, in der ich stehe ist nicht nur draußen,
Sie steckt tief in mir - eingebrannt.
Meine Gefühle gefrieren wie jetzt mein Körper...

Die Zivilisation ist weit entfernt:
Kein Licht, keine Stimmen, nur die Ruhe.
Der Schnee ist kalt, bald spür' ich nichts.
Ich schließe die Augen und denke an die Vergangenheit zurück...
Leuchtende Kinderaugen unterm Weihnachtsbaum...
Tränen der Freude oder Trauer?

Der Mond versteckt sich hinter Wolken,
Aus denen Flocken wild im Reigen tanzen
Zur Melodie des Windes,
Der mein Gesicht mit Nadelstichen umschmeichelt,
Die ich nicht spüre...

Wie still es ist, als ob jemand wartet.
Auf mich? Wer schon?
Ich kann mich kaum noch bewegen,
Das Denken fällt mir schwer...
Der Wind bläst Eiskristalle auf meinen Körper,
Färbt ihn weiß, ganz unsichtbar,
Wie meine Gedanken...
Es fällt mir schwer zu denken.
Ich bin todmüde, als hätte ich Jahre nicht geschlafen.

Ich schließe die Augen und schlafe ein...
...Beginn zu träumen...