Lacrimosa: Stille (1997)

Der erste Tag

Nichts habe ich gesagt,
Noch habe ich je etwas getan:
Dies ist der erste Tag.
Du hältst mich in Betroffenheit
Und deckst mich zu mit Dunkelheit.
Nicht lieben möcht' ich dich,
Noch kann ich leben ohne dich...
Du hältst mich in Betroffenheit
Und deckst mich zu mit Dunkelheit.
Nicht lieben möcht' ich dich,
Noch kann ich leben ohne dich...

In deinen Augen glänzt der Tod,
Dein Übermut - die blinde Wut.
Du spuckst mir tief in mein Gesicht
Und siehst dabei doch niemals mich.
In deinen Augen glänzt der Tod,
Dein Übermut - die blinde Wut.
Du spuckst das Blut, der Stich trifft mich:
In deinen Augen - du und ich...

Die Härte der Geschlossenheit,
Alleine bleibt sie unerreicht.
Bei all dem Lärm und dem Geschrei
Bist du doch niemals führungsfrei.
So bin ich ausgeliefert deinem Haß,
Dem deinen und dem derer,
Deren Nähe ich vergaß...

Die Härte der Geschlossenheit,
Alleine bleibt sie unerreicht.
Bei all dem Lärm und dem Geschrei
Bist du doch niemals führungsfrei.
So bin ich ausgeliefert deinem Haß,
Dem deinen und dem derer,
Deren Nähe ich vergaß...


Not Every Pain Hurts

When you have the will,
You learn to forgive and to forget.
You have to collect the broken pieces and,
Humble-hearted, stand up from the place you hide.
If I wouldn't know to miss anything,
It couldn't hurt me no more.
Mistakes tought to build life
From the ashes, that fell down to ground.

Without any pain it wouldn't be the same:
Experiences made me strong...

Not every pain hurts deep inside,
When you learn to devide.
Don't fear the danger,
Follow your heart to the light,
Live your dream and breath!

When you listen to yourself,
Don't always expect to find understanding.
It takes time...
You may lose your faith but don't be afraid
To find the solution.
That heavy wasn't my load, that I wouldn't also try
To carry yours...
My burning heart - unbearable!
My optimistic mind - collapsed!

Without any pain it wouldn't be the same:
Experiences made me strong...

Not every pain hurts deep inside,
When you learn to devide.
Don't fear the danger,
Follow your heart to the light,
Live your dream and breath!


Siehst du mich im Licht?

Deine Lippen in das Fleisch gepreßt,
Die Meinen wild verzerrt.
Der Orgasmus der Verwundbarkeit,
Die Seele schreit nach mehr.
Nur herein, in meine kleine Welt,
Und friß dich durch bis zum Schafott,
Zerbeiße jede Zelle meiner kalten rohen Haut.

Und du bleibst leer, hast zerstört,
Nur für Sekunden diesen Rausch erlebt.
Und du bleibst leer, hast gelogen und betrogen,
Und bei allem dich nur selbst projeziert.

Zwei Augen im Kopf und die Ohren links und rechts,
Und so blind wie ein toter Fisch,
Du kannst mich nicht verstehen...
Nein, du wirst mich nie verstehen.
Nur reden kannst du über mich.
Dir ist es scheißegal, ob es wahr ist oder nicht,
Denn am Ende trifft es niemals dich.
Du bist die letzte Instanz,
Du bist der Pegel der Bilanz,
Du bist der Mörder jeder Wahrheitssubstanz.

Im kurzen Augenblick des blinden Übermuts
Versprühst du deine Weisheit, deine Falschheit, deine Sucht,
Und du bist dir nichts bewußt
Deine Dummheit ist die Lust, die deinen Verstand langsam ausradiert.

Und du bleibst leer, hast zerstört,
Nur für Sekunden diesen einen kurzen Rausch erlebt.
Und du brauchst mehr, du mußt lügen und betrügen,
Und bei allem - Siehst du mich im Licht?

Zwei Augen im Kopf und die Ohren links und rechts,
Und so taub wie ein toter Fisch,
Nein, du kannst mich nicht verstehen...
Nein, du wirst mich nie verstehen.
Nur schreiben kannst du über mich.
Dir ist es scheißegal, ob es wahr ist oder nicht,
Denn am Ende trifft es niemals dich.
Du bist die letzte Instanz,
Du bist der Pegel der Bilanz,
Du bist der Mörder jeder Wahrheitssubstanz.

Nicht im Gespräch liegt deine Kraft,
Im Monolog suchst du die Opfer,
Deren Dasein dich am Leben hält.
Zwei Augen im Kopf und das Herz am falschen Platz -
Du bist das Echo unsrer Zeit,
Du bist das Sprachrohr weit und breit.
Nicht viele Worte möcht' ich machen,
Denn du machst ja schon genug.
Wahrscheinlich wirst du wieder lachen,
Solange trinke ich den Blut -
Dein Blut!

Zwei Augen im Kopf und das Herz am falschen Platz,
Und so taub wie ein toter Fisch,
Nein, du kannst mich nicht verstehen.
Nein, du wirst mich nie verstehen!
Du wirst mich nie verstehen!


Deine Nähe

Was soll ich dir noch erzählen,
Wenn ich alles schon gesagt habe?
Und doch nicht zu dir sprechen kann...

Was soll ich dir noch erzählen,
Wenn ich alles schon gesagt habe?
Und doch keines meiner Worte dich erreicht...

Im puren Rausch der stillen Hoffnung,
In dem Wahn der blinden Sucht,
So stehe ich ratlos in der Ecke
Und ich weiß nur eins: Ich liebe dich!

Was soll ich dir noch erzählen,
Wenn ich alles schon gesagt habe?..
Wenn dein Schweigen meine Worte überschallt?..
Wenn mein Himmel sich zusammen zieht?..

Was soll ich dir noch erzählen,
Wenn nichts mehr übrig bleibt?..

Ich könnte schreien, könnte weinen,
Und du wüßtest davon nichts.
Ich bin am Leben und ich liebe,
Und existiere für dich nicht.
Ich erträume deine Nähe...
Träume, daß du bei mir bist.
Doch ich weiß, daß du niemals zu mir sprichst.


Ich bitte dich, ignoriere mich nicht...
Laß mich nicht alleine stehen...
Nicht so nah bei dir...
Bitte, sieh mich an!..
Bitte, sprech zu mir!..
Ich bitte dich...

Wenn alles schon gesagt ist,
Wenn nichts mehr übrig bleibt,
Dann schließe ich die Augen
Und erzähle mir von dir...
Vom Himmel und von allen Engeln,
Und von deiner Menschlichkeit...
Ich spreche von der Macht der Liebe, und von mehr...
Doch ich weiß, ich kann den Weg nicht gehen,
Kann niemals sein bei dir...
Ich bin gefangen in meiner Welt,
In meiner Mittelmäßigkeit...

Was soll ich dir noch erzählen?..


Stolzes Herz

Zu fühlen um zu spüren...
Meine Sinne,
Meine Seele,
Mein Gewissen
Und mein Herz...
Am Abgrund meines Lebens,
Am Ende meiner selbst,
Gebrechlich tief im Innern
Und schwach nach außen hin...

Ist es schlecht?
Und was ist gut?
Ist es krank?
Und was heißt "leben"?
Nein!
Es ist nur ehrlich - menschlich
Und verflucht...
Ist es doch nur die Wahrheit...

Im Auge der Gemeinheit,
Der Allgemeinheit,
Schlicht verwerflich, transparent.
Doch ist es tiefer, stärker und viel mehr.
So ist der Mensch
Nur auf der Suche
Nach der Stärke,
Nach der Lüge, blindem Wahn,
Und der Oberflächlichkeit.

Mit blutverschmierten Händen,
Mit einer Träne im Gesicht,
Einem Lächeln auf dem Lippen
Und der Hoffnung tief im Blick,
Aufzustehen auch aus dem Dreck und
Tief beschmutzt und stolz im Herz,
Dem Leben neu erwacht
Und erwacht ganz neu im Leben!

Sind meine Hände blind und stumm?
Sind meine Augen alt und schwach?
Ist mein Herz dem Blut erlegen?
Und bei allem doch nur ehrlich...
Bin ich Mensch?
Bin ich Schmerz?
Bin ich die Träne - und der Kuß - zugleich?!

Mit blutverschmierten Händen,
Mit einer Träne im Gesicht,
Einem Lächeln auf dem Lippen
Und der Hoffnung tief im Blick,
Aufzustehen auch aus dem Dreck und
Tief beschmutzt und stolz im Herz,
Dem Leben neu erwacht
Und erwacht ganz neu im Leben!


Mein zweites Herz

Wen willst du jetzt noch täuschen?
Wen suchst du zu verbergen?
Bin ich nicht Mensch?
Aus Fleisch und Blut?
Bin ich nur Traum?
Der Seele Übermut?
Hab' ich kein Herz?
So hab' ich zwei!

Zerborsten steht's durch Eitelkeit,
Gemartert in der Wirklichkeit
Ein dunkler Winkel meines Lächelns.

Wie klar erscheint mein Spiegelbild
Und wie verzerrt erscheine ich mir selbst.
Wie oberflächlich malt ein Spiegel mein Gesicht
Und wie viel geschichtet klafft es auf und spricht:

"Wenn du küßt und denkst an Mord,
Mein zweites Herz, sei unbesorgt!
Ich deck' dich täglich zu,
Beschütze dich, so wie du mich...
Erfüll' nur immer deine Pflicht,
Denn dich erkennt und hört man nicht!"


Zu dumm, daß ich mich einmal stellte.
Zu dumm, daß ich nicht schweigend log.
So mußte spät doch ich erkennen,
Daß du - mein rechtes Herz -
Das Linke stets geliebt...


Make It End

Listen to the silence,
Hear your blood running,
Search for the truth.
Hear the silence,
Memories that made you mad.
Hear, oh, hear inside the fear.
How different is this burning,
Giving everything and not finding back...

Make it end!
Don't force to suffer any more.
No more empty promises!
You go to find the truth for yourself
And accept it!
Make it end!
No more degrading excuses.
You got to rise your weak wings,
If only for a day!
If only for a day!

I've watched your purple blood running,
Tasted the bitter taste of dying ambitions,
Then the shadows in your eyes.
How could you lose the emotion of being alive?
Without hesitation you stopped existing,
Against your own will...

Exit and escape, gather the separated parts.
Solve the puzzle and survive!
Trust in yourself!
You may also be weak - shattered emotions
When you watch behind the mask.
No wasted words for the trusted ones,
When they'd all let you down...

Make it end!
Don't force to suffer any more.
No more empty promises!
You go to find the truth for yourself
And accept it!
Make it end!
No more degrading excuses.
You got to rise your weak wings,
If only for a day!
If only for a day!


Die Straße der Zeit

...Und was ich sah war Menschlichkeit...

Und was ich sah war Dummheit,
Menschlicher Neigung entsprechend,
Tierisches Verhalten...

Den ganzen Tag habe ich gewartet
Und sah die Menschen nur an mir vorüber ziehen.
Nun ist es Abend und die Straße leer.
Ich bin müde...
Wohin soll ich noch gehen?

Auf der Straße der Zeit
Alleine schon seit Stunden...
Auf der Straße der Zeit
Bin ich schon unterwegs...
Auf der Straße der Zeit
Mein Weg führt mich nach gestern...
Auf der Straße der Zeit...
Auf der Straße der Zeit...

Hier und da sah ich die Menschen,
Flach danieder, stumm vor Angst.
Von ihren Brüdern überrannt
Und rücksichtslos zertreten.
Ich sah die Menschen, tief beschämt,
Verraten und enttäuscht.
Und schon früh in ihrem Leben
Im Todeskampf sich wiegend.

Besiegt oder als Sieger,
Gestärkt oder zerstört...
Am Ende bleibt nur Haß
Und so gehen sie zu Boden.

Ich sah die Ruhmessäulen großer Menschen,
Ich hörte selbst noch ihre Worte.
Ich war gerührt und tief bewegt,
Doch zuvor sah ich ihr Ende
Und auch das ihrer Visionen.
Ich durchwanderte die Kriege,
Sah die Angst und das Verderben...
Und ganz gleich ob Krieg, ob Frieden -
Egoismus, blinder Haß
War doch immer hier zu gegen...
Und ich lief weiter durch die Nacht,
Und sah nur mehr und noch mehr Tränen,
Und noch weiter lief ich fort...

Und was ich sah war Dummheit,
Menschlicher Neigung entsprechend,
Tierisches Verhalten...

...Und was ich sah war Menschlichkeit...

Und als der Morgen sich erhob
Und die Nacht der Sonne wich,
Zeigte sich mir jung und wild
Die große Zeit der Griechen.
Und die Hoffnung dieser Menschen,
Ihr Mut und ihre Kraft,
Erfüllten mich auf meinem Weg.
Zum ersten mal mit Freude
Und erschöpft von allen Zeiten,
Legte ich mich nieder
Vor den Mauern von Athen.

Und während ich die Augen schließe,
Sehe ich das junge Volk
Sich, voller Hoffnung und voll Stolz,
Im Angesicht der Sonne mehren...