Nenia C'Alladhan (2001)

(стихи - Constance Fröhling; кроме Lied der Todesfee: Birte Sedat)

An die Sterne

Ich sehe Dich, Stern, dort am Himmel,
So kalt und so unendlich weit...
Und doch hast Du Trost mir gegeben,
Warst mir immer treues Geleit.
Deiner Schwester, der Mondin, entsagend,
Gleich meiner Hoffnung auf Licht,
Zieh' ich durch die kalten Weiten,
Doch die Richtung, die weiß ich nicht...

Oh, silbernes Licht meiner Stern',
Du Glanz in trostloser Nacht,
Geh' ich meinen Weg auch alleine,
Hältst Du über mich doch stets Wacht...


Ich habe mein Ziel längst verloren,
Und glaube nicht mehr daran.
Mein Platz in der Welt ward vergessen,
Hab' ich meine Pflicht schon getan?
Oh, Stern, könnt' ich Dich nur erreichen,
Deine silbernen Strahlen berühr'n;
Du könntest mir Hoffnung neu geben,
Mir den Geist und die Sinne verführ'n ...

Oh, silbernes Licht meiner Stern',
Du Glanz in trostloser Nacht,
Geh' ich meinen Weg auch alleine,
Hältst Du über mich doch stets Wacht...


Oh, Stern dort am Himmel, so glaube mir,
Wenn mein Körper auch einmal vergeht,
Meine Seele wird Dich doch stets kennen,
Wenn sie die Verbindung besteht.
Einen Tempel wird sie sich weben
Aus Strahlen, dem glänzenden Licht...
Und dort werde ich auf Dich warten,
Denn vergessen kann ich Dich nicht...

Oh, silbernes Licht meiner Stern',
Du Glanz in trostloser Nacht,
Geh' ich meinen Weg auch alleine,
Hältst Du über mich doch stets Wacht...



Die Stimme im Sturm

Jenseits der Grenzen dieses Reiches
Zog eine Bardin weit durch das Land.
Sie kam mit dem Wind und sie folgte dem Morgen;
Der Spielleute Freiheit ist fern aller Sorgen...
Und so fand sie das Schloß an der Klippe Rand
Doch hatte die Zeichen nicht erkannt:
Das Dunkel des Himmels, des Sturmes Lied,
Das zu fliehen und niemals der Rückkehr ihr riet.
Doch sie schritt durch die Pforten, zu seh'n und zu hör'n,
Wem mag dieses Schloß an der Klippe gehör'n?

Sie fand leere Gänge und einsame Hallen,
Still und verlassen, dunkel und kalt.
So als hätte ein Fluch alles Leben verbannt,
Und schon spürte sie schaudernd des Grauens Hand,
Als sie Schritte vernahm, wie in Ferne verhallt,
Und sah sie im Licht dort nicht eine Gestalt?
Und sie folgte dem Schatten hinauf in den Turm,
Hoch über der Klippe, im tosendem Sturm...
Und verharrte plötzlich mitten im Schritt,
Als aus Schatten und Dunkel... ein Mann vor sie tritt!

Schrecken durchfuhr sie und ängstliches Zaudern,
Doch das Licht seiner Augen zog sie in Bann,
Und mit dunklen Wogen, die ihn umgaben,
Schien er sich an ihrem Entsetzen zu laben...
Bevor er leise zu sprechen begann
Und bat, daß sie ihr traurigstes Lied für ihn sang.
Doch so sanft seine Stimme auch erst in ihr klang,
War sie doch wie ein Schwert, das ihr Herz durchdrang.
Und so griff sie die Laute, mit Schmerzen im Blick
Und fügte sich so... in ihr dunkles Geschick.

Schon ließ sie die Saiten für ihn erklingen,
Und begann ein Lied über Tränen und Wut.
Der Klang ihrer Stimme erfüllte die Räume,
Und ihr silberner Sang malte gläserne Träume,
Erweckend, was im ewigen Schlaf sonst ruht;
Selbst kalter Stein weinte Tränen und Blut...
Und gleich wie von Farben aus Wort und aus Klang,
Wob ein Licht sie, das selbst tiefstes Dunkel durchdrang.
Doch eines blieb weiterhin unberührt kalt:
Das Gesicht und der Blick jener dunklen Gestalt.

So fragte sie schließlich mit bebender Stimme:
"Welch grausames Schicksal schließt in Schatten Euch ein?
Wieviel Kälte muß Euer Herz nur durchdringen,
Und welch dunkles Geheimnis muß tief in Euch klingen,
Daß Ihr weniger fühlt, als selbst totes Gestein,
Denn kein Traum scheint mehr Hoffnung für Euch zu sein?"

Doch sein Blick wurde Eis und sein Wort Dunkelheit:
"Längst hab' ich mich von allen Gefühlen befreit,
Denn wirkliche Macht kann nur jenem gehör'n,
Den nicht Liebe noch Angst oder Schmerzen berühr'n!"


Und er zog einen Dolch von dunklen Kristallen
Und stieß ihn der Bardin mitten ins Herz.
"Gefühle und Träume, sie können nichts geben
Und sie retten auch nicht Euer nichtiges Leben!
So fühlt nun hier Euren letzten Schmerz,
Der Leben mir gibt, denn ich habe kein Herz!"

Und sterbend blickte sie zu ihm hin,
Und weinte, den mitleiderfüllt war ihr Sinn...
Doch ihre Tränen wurden zu Glas und kalt,
Kaum daß sie berührten die dunkle Gestalt.

Und seit jenem Tag hoch über der Klippe,
Trägt dort der Wind ihr trauriges Lied,
In den einstmals so stillen, verlassenen Räumen
Singt nun ihre Stimme von traurigen Träumen;
Und jeder des Schlosses Nähe flieht,
Aus Angst, was wohl hinter der Mauern geschieht.
Doch sie muß dort singen... für alle Zeit,
Denn ihr Geist wird erst von dem Fluch befreit,
Wenn durch ihre Lieder das Herz erwacht,
Dessen Hand ihr dort den Tod gebracht...


Schwarzer Spiegel

Weit fort von jedem bekannten Land,
Hinter den Grenzen, in Steine gebannt...
Dort ruht ein Geheimnis von dunkler Macht,
Welches jedem, der's sah, großes Unglück gebracht.

Dort, verschlossen in tiefstem Gestein,
Hinter der Brücke aus bleichem Gebein,
Über dem See, der aus Tränen geweint,
Wo das sanfte Licht der Unendlichkeit scheint.

Dort siehst Du ihn schweben, sanft wie eine Feder,
Und weiß es erst auch keiner, so spürt's alsbald ein jeder:
Ein Spiegel aus kaltem, schwarzem Gestein...
Greift in Deine Seele, greift in Dein Sein.

Und solltest Du je dort Dein Spiegelbild seh'n,
Wird augenblicklich Deine Seele verweh'n.
Dein Geist kann die Leere in Dir nicht versteh'n,
Und so wird auch Dein Körper sehr bald schon vergeh'n.

So wächst nun die Brücke aus bleichem Gebein,
Um dem, der nach Dir kommt, als Weg zu erscheinen...
Ihn weiter zu führ'n, in der Hoffnung auf Licht,
Bis auch er dort am Schwarzen Spiegel zerbricht.


Schattengesang

In kalter Nacht voll Silbermond,
Der Eule Schrei klang weit...
Das Mädchen fand wohl keinen Schlaf,
Griff Mantel sich und Kleid,
Ging fort, weit in die Dunkelheit,
Der Warnung unbedacht, daß:
"...Geisterstimme heller Klang
Voll Unheil füllt die Nacht..."


So kam sie an des Berges Fuß,
Im Feenmonden Licht,
Als ferner Stimme Lied erklang,
Daß klagend Herz zerbricht.
Und sah durch Schatten, silberweiß,
Der Sängerin Gestalt:
So zart, wie heller Morgentau,
Doch Augen, still und kalt.

Fern aller Zeit, der Seele Geleit,
Der Einsamkeit Klang im stillen Gesang...
Im stillen Gesang...


Das Lied verklang im Nachtwinds Flug,
Die Sängerin schwieg still,
Nur eine Träne, stumm geweint,
Sprach, was sie singen will.
Das Mädchen war so tief berührt,
So sprach sie: "Bleibt nicht stumm,
Denn Euer Lied erfüllt mein Herz,
Weiß ich auch nicht warum!"


Die Sängerin trat zu ihr hin,
Bang hoffend schien ihr Blick,
Griff schüchtern nach des Mädchens Hand...
Nun gab es kein Zurück.
Sie sang ein Lied für sie allein,
Die folgte still gebannt,
Der Sängerin den Berg hinauf,
Zur höchsten Klippe Rand.

Fern aller Zeit, der Seele Geleit,
Der Einsamkeit Klang im stillen Gesang...
Im stillen Gesang...


Dort sang die Sängerin ihr Lied,
Von dunkler Schicksalsnacht,
Die vor mehr als hundert Jahr'n,
Ihr tiefste Not gebracht:
Ein junger Mann schwor ihrem Herz
In früher Liebe Glück...
Doch ihres Vaters blinder Haß
Verwehrte dies Geschick.

Er schrie: "Niemals im Leben
Sollt ihr Euch ganz gehör'n"
,
So planten sie im frühen Tod
Die Liebe zu beschwör'n.
Doch war der Fluch des Vaters arg,
Erreichte sie selbst dort,
Er trennte ihre Seelen,
Verbannte sie an diesen Ort.

Fern aller Zeit, der Seele Geleit,
Der Einsamkeit Klang im stillen Gesang...
Im stillen Gesang...


Noch immer hielt die Sängerin
Das Mädchen bei der Hand,
Als tränenblind sie übertrat
Der hohen Klippe Rand.
Da hörte sie ein Lied als schon
In der Tiefe sie verschwand:
"Hab' Dank, mein Kind, denn nur Dein Tod
Zerbrach des Fluches Band!"


Fern aller Zeit, der Seele Geleit,
Der Einsamkeit Klang im stillen Gesang...
Im stillen Gesang...



Der See des Vergessens

Weit fort, in einem fremden Land,
Und hinter eines Waldes Rand,
Wo mancher schon sein Ende fand...
Dort liegt Lazemare.
Dunkel, unergründlich tief,
Wo mancher in sein Schicksal lief,
Den das Wasser zu sich rief...
Lazemare, der See.
In Nebelschleiern, märchenhaft,
Doch voller unsichtbarer Kraft,
Des alten Volkes Erbenschaft...
Das ist Lazemare.

Das alte Volk hat ihn gemacht,
Den Fluch, in einer dunklen Nacht.
Ein See, so unbegreiflich schön,
Wie noch niemand ihn zuvor geseh'n.
Doch führt das Schicksal Dich zu ihm,
Wird man Dich nie mehr wiederseh'n...
Wie all die anderen schon vor Dir
Wirst Du verschwinden ohne Spur.


So geschah es, daß ein Lord,
Weit von den eig'nen Hallen fort,
Sich verirrte an diesen Ort...
Ihn rief Lazemare.
Noch ritt er durch des Waldes Grün,
Als er konnt' eine Stimme hör'n,
Und konnte ihr nicht widersteh'n...
Es war Lazemare.
Die Stimme war so grausam schön,
Daß er wollt' ihren Ursprung seh'n,
Und so begann, ihr nachzugeh'n...
Hin zu Lazemare.

Das alte Volk hat ihn gemacht,
Den Fluch, in einer dunklen Nacht.
Ein See, so unbegreiflich schön,
Wie noch niemand ihn zuvor geseh'n.
Doch führt das Schicksal Dich zu ihm,
Wird man Dich nie mehr wiederseh'n...
Wie all die anderen schon vor Dir
Wirst Du verschwinden ohne Spur.


Der Abend senkte sich auf's Land,
Als er zu jener Lichtung fand,
Wo das Gesuchte sich befand...
Am See Lazemare.
Am Seeufer stand eine Frau,
So zart und schön wie Morgentau,
In einem Kleid, von Weiß und Blau...
Schön wie Lazemare.
Ihr Singsang schwebte über'm See,
So näherte er sich der Fee,
Die hob die Hand, so weiß wie Schnee...
Hier bei Lazemare.

So verfiel er ihrem Charme,
Und senkte sich in ihren Arm,
Zu fühlen ihre Lippen warm...
Am See Lazemare.
Doch kaum rührt' seine Hand sie an,
Senkt' sich auf ihn der dunkle Bann,
Dem keiner mehr entkommen kann...
Vom See Lazemare.
Und so vergaß er, wer er war,
Selbst welche Frau ihn einst gebar,
Auch wo er hergekommen war...
Nur durch Lazemare.

Das alte Volk hat ihn gemacht,
Den Fluch, in einer dunklen Nacht.
Ein See, so unbegreiflich schön,
Wie noch niemand ihn zuvor geseh'n.
Doch führt das Schicksal Dich zu ihm,
Wird man Dich nie mehr wiederseh'n...
Wie all die anderen schon vor Dir
Wirst Du verschwinden ohne Spur.


Und als der Mond am Himmel stand,
Man von dem Herren nichts mehr fand,
Und auch die weiße Frau verschwand...
Im See Lazemare.
Doch da, wo er am Abend stand,
Ganz nahe an des Ufers Rand,
Man eine weiße Rose fand...
Am See Lazemare.
So mancher hier sein Ende fand,
Der See hat sie alle gebannt,
Die Namen sind nicht mehr bekannt...
Das ist Lazemare.

Das alte Volk hat ihn gemacht,
Den Fluch, in einer dunklen Nacht.
Ein See, so unbegreiflich schön,
Wie noch niemand ihn zuvor geseh'n.
Doch führt das Schicksal Dich zu ihm,
Wird man Dich nie mehr wiederseh'n...
Wie all die anderen schon vor Dir
Wirst Du verschwinden ohne Spur.



Sternblumennacht

Es war Mitternacht im Feenwald,
Das Licht des Mondes bleich und kalt.
Rauschend der Wind in uralten Bäumen,
Nebellicht, voll von verlorenen Träumen.
Da sah ich sie blühen am Wegesrand:
Sternblumen hell, wie ein leuchtendes Band.
Da packte mich Grauen mit eiskalter Hand,
Wußte doch längst jedes Kind im Land:

Wenn im Feenwald nachts die Sternblumen blüh'n,
Wende Dich ab und versuche zu flieh'n,
Denn die Feen dort, sie haben kein Herz...
Ihre Spiele bereiten nur Trauer und Schmerz.


Schon trieben Angst und Entsetzen mich fort,
Hinaus aus dem Wald, an sicheren Ort.
Da blickte ich in der Ferne ein Licht...
Unwirklich kalt, doch es schreckte mich nicht.
Ich ging darauf zu und nahm nicht mehr wahr,
Daß der Wald voll von Feengelächter war...
Ein seltsames Sehnen schlich in meinen Sinn,
Ließ die Angst mich vergessen und zog mich dorthin.

Wenn im Feenwald nachts die Sternblumen blüh'n,
Wende Dich ab und versuche zu flieh'n,
Denn die Feen dort, sie haben kein Herz...
Ihre Spiele bereiten nur Trauer und Schmerz.


Die Luft um mich her war klirrend kalt,
Das Licht, es führte mich tief in den Wald.
Meinen Weg hatte ich längst aus den Augen verlor'n,
Ein seltsamer Schmerz ward in mir gebor'n...
Fast, als könnt' ich erahnen des Schicksals Spiel,
Das die Menschen da lenkt ganz nach eig'nem Ziel.
Da öffnete sich plötzlich vor mir der Wald:
Eine Lichtung im Mondlicht gewann vor mir Gestalt.

Wenn im Feenwald nachts die Sternblumen blüh'n,
Wende Dich ab und versuche zu flieh'n,
Denn die Feen dort, sie haben kein Herz...
Ihre Spiele bereiten nur Trauer und Schmerz.


Ich trat auf die Lichtung und konnte sie sehen:
Eine Figur aus Stein dort im Mondlicht stehen,
Ein Brennen durchfuhr meine Seele mit Schmerz,
Das Gesicht des Wesens berührte mein Herz,
Denn all mein Sehnen, mein Suchen und Sein,
Fand ich dort, in diesen Augen aus Stein.
Voll Verzweiflung ergriff ich die eiskalte Hand,
In der sich doch kein Funke Leben befand...

Wenn im Feenwald nachts die Sternblumen blüh'n,
Wende Dich ab und versuche zu flieh'n,
Denn die Feen dort, sie haben kein Herz...
Ihre Spiele bereiten nur Trauer und Schmerz.


Plötzlich ließ ein Geräusch den Stein erbeben,
Und die starren Augen erwachten zum Leben.
Ja, sie blickten mich an, doch wie konnte das sein?..
Die Hand, die ich hielt, war nicht mehr aus Stein!
Wo sich vorher ein lebloses Wesen nicht rührte,
War nunmehr ein Mensch, dessen Wärme ich spürte!
Und in seinem Blick lag dasselbe Erkennen,
Das flammend mein Innerstes schien zu verbrennen.

Wenn im Feenwald nachts die Sternblumen blüh'n,
Wende Dich ab und versuche zu flieh'n,
Denn die Feen dort, sie haben kein Herz...
Ihre Spiele bereiten nur Trauer und Schmerz.


Für einen Moment schien die Welt zu verschwinden,
Wir spürten sich unsere Seelen verbinden:
Der Eine des Anderen Sehnen gestillt
Und ohne ein Wort von Gleichem erfüllt.
Doch nur kurz war das Licht, das uns gewährt,
Als sein Blick sich von drohenden Unglück beschwert:

"Verzeih' mir, Geliebte, doch kann es nicht sein...
Denn mein Schicksal wies, daß ich bleibe allein!

Wenn im Feenwald nachts die Sternblumen blüh'n,
Wende Dich ab und versuche zu flieh'n,
Denn die Feen dort, sie haben kein Herz...
Ihre Spiele bereiten nur Trauer und Schmerz.

Vor langer Zeit kam ich hier bei Nacht,
Sah die Sternblumen blüh'n, doch ich habe gelacht
Über daß, was im Land man darüber erzählt...
Und mein dunkles Schicksal so selber gewählt.
Denn die Feen verwandelten mich hier in Stein,
Und nicht Schwert noch Zauber kann mich befrei'n...
Doch ist mir gewährt: in tausend Jahr'n
Eine einzige Nacht als Mensch zu erfahr'n...

Wenn im Feenwald nachts die Sternblumen blüh'n,
Wende Dich ab und versuche zu flieh'n,
Denn die Feen dort, sie haben kein Herz...
Ihre Spiele bereiten nur Trauer und Schmerz.

...Und wenn dann der Sonne erstes Licht
Sich im Tau des frühen Morgens bricht,
Werd' ich erstarren, leblos und kalt,
Als Steinfigur, hier im Feenwald..."


In dem Moment, fühlte ich, brach mein Herz...
Verbunden durch Liebe, zerrissen durch Schmerz.
Und die wenigen Stunden, die uns noch blieben,
Blieb weinend in seinen Armen ich liegen...

Wenn im Feenwald nachts die Sternblumen blüh'n,
Wende Dich ab und versuche zu flieh'n,
Denn die Feen dort, sie haben kein Herz...
Ihre Spiele bereiten nur Trauer und Schmerz.


Der Tag war schon hell, als ich zu mir kam,
Noch immer lag ich in seinem Arm.
Doch war er nun wieder leblos und kalt...
Und ich machte mich auf meinen Weg aus dem Wald.
Den Blick gesenkt, sah nicht einmal zurück,
Denn tief in mir, spürte ich, fehlte ein Stück.
Mein Herz, so kalt wie der leblose Stein,
Führt mein Weg mich fort... von nun an allein.


Lied der Todesfee

Dunkel die Wolken und grausam der Wind,
Seit so vielen Zeiten
Durchstreif' ich die Weiten...
Denn ich bin der Einsamkeit Kind.

Ziehen die Raben den Toten auch nach,
So werd' ich doch suchen,
Die Sonne verfluchen...
Mein Grab, liebe Seel', es liegt brach.

Fröstelnde Hände, eiskalt und wachsbleich,
Die Finger wie Krallen,
Wie Zittern und Fallen...
Ein Echo ins Untotenreich.

Mein Liebster, sag', wo bist du hin?
Mein Herz, es verweigert mir Tag für Tag
Den gnädig erlösenden, letzten Schlag.

Oh, Wanderer, antworte nur dieser Frag':
Sag', wo ist er hin?
Sag', wo liegt der Sinn...
In der grausamen Bürde, die ich hier trag'?


Sternblumennacht
(вторая версия)

Es war Mitternacht im Feenwald,
Das Licht des Mondes bleich und kalt.
Rauschend der Wind in uralten Bäumen,
Und Nebellicht, voll von verlorenen Träumen.
Da sah ich sie blühen am Wegesrand:
Sternblumen hell, wie ein leuchtendes Band.
Da packte mich Grauen mit eiskalter Hand,
Wußte doch längst jedes Kind im Land:

Wenn im Feenwald nachts die Sternblumen blüh'n,
Wende Dich ab und versuche zu flieh'n,
Denn die Feen dort, sie haben kein Herz...
Ihre Spiele bereiten nur Trauer und Schmerz.


Schon trieben Angst und Entsetzen mich fort,
Hinaus aus dem Wald, an sicheren Ort.
Da blickte ich in der Ferne ein Licht...
Unwirklich kalt, doch es schreckte mich nicht.
Ich ging darauf zu und nahm nicht mehr wahr,
Daß der Wald voll von Feengelächter war...
Ein seltsames Sehnen schlich in meinen Sinn,
Ließ die Angst mich vergessen und zog mich dorthin.

Wenn im Feenwald nachts die Sternblumen blüh'n,
Wende Dich ab und versuche zu flieh'n,
Denn die Feen dort, sie haben kein Herz...
Ihre Spiele bereiten nur Trauer und Schmerz.


Die Luft um mich her war klirrend und kalt,
Das Licht, es führte mich tief in den Wald.
Meinen Weg hatte ich längst aus den Augen verlor'n,
Ein seltsamer Schmerz ward in mir gebor'n...
Fast, als könnt' ich erahnen des Schicksals Spiel,
Das die Menschen da lenkt ganz nach eig'nem Ziel.
Da öffnete sich plötzlich vor mir der Wald:
Eine Lichtung im Mondlicht gewann vor mir Gestalt.

Wenn im Feenwald nachts die Sternblumen blüh'n,
Wende Dich ab und versuche zu flieh'n,
Denn die Feen dort, sie haben kein Herz...
Ihre Spiele bereiten nur Trauer und Schmerz.


Ich trat auf die Lichtung und konnte sie sehen:
Eine Figur aus Stein dort im Mondlicht stehen,
Ein Brennen durchfuhr meine Seele mit Schmerz,
Das Gesicht des Wesens berührte mein Herz,
Denn all mein Sehnen, mein Suchen und Sein,
Fand ich dort, in diesen Augen aus Stein.
Voll Verzweiflung ergriff ich die eiskalte Hand,
In der sich doch kein Funke Leben befand...

Wenn im Feenwald nachts die Sternblumen blüh'n,
Wende Dich ab und versuche zu flieh'n,
Denn die Feen dort, sie haben kein Herz...
Ihre Spiele bereiten nur Trauer und Schmerz.


Plötzlich ließ ein Geräusch den Stein erbeben,
Und die starren Augen erwachten zum Leben.
Ja, sie blickten mich an, doch wie konnte das sein?..
Die Hand, die ich hielt, war nicht mehr aus Stein!
Wo sich vorher ein lebloses Wesen nicht rührte,
War nunmehr ein Mensch, dessen Wärme ich spürte!
Und in seinem Blick lag dasselbe Erkennen,
Das flammend mein Innerstes schien zu verbrennen.

Wenn im Feenwald nachts die Sternblumen blüh'n,
Wende Dich ab und versuche zu flieh'n,
Denn die Feen dort, sie haben kein Herz...
Ihre Spiele bereiten nur Trauer und Schmerz.


Für einen Moment schien die Welt zu verschwinden,
Wir spürten sich unsere Seelen verbinden:
Der Eine des Anderen Sehnen gestillt
Und ohne ein Wort von Gleichem erfüllt.
Doch nur kurz war das Licht, das uns gewährt,
Als sein Blick sich von drohenden Unglück beschwert:

"Verzeih' mir, Geliebte, doch kann es nicht sein...
Denn mein Schicksal wies, daß ich bleibe allein!

Wenn im Feenwald nachts die Sternblumen blüh'n,
Wende Dich ab und versuche zu flieh'n,
Denn die Feen dort, sie haben kein Herz...
Ihre Spiele bereiten nur Trauer und Schmerz.

Vor langer Zeit kam ich hier bei Nacht,
Sah die Sternblumen blüh'n, doch ich habe gelacht
Über daß, was im Land man darüber erzählt...
Und mein dunkles Schicksal so selber gewählt.
Denn die Feen verwandelten mich hier in Stein,
Und nicht Schwert noch Zauber kann mich befrei'n...
Doch ist mir gewährt: in tausend Jahr'n
Eine einzige Nacht als Mensch zu erfahr'n...

Wenn im Feenwald nachts die Sternblumen blüh'n,
Wende Dich ab und versuche zu flieh'n,
Denn die Feen dort, sie haben kein Herz...
Ihre Spiele bereiten nur Trauer und Schmerz.

...Und wenn dann der Sonne erstes Licht
Sich im Tau des frühen Morgens bricht,
Werd' ich erstarren, leblos und kalt,
Als Steinfigur, hier im Feenwald..."


In dem Moment, fühlte ich, brach mein Herz...
Verbunden durch Liebe, zerrissen durch Schmerz.
Und die wenigen Stunden, die uns noch blieben,
Blieb weinend in seinen Armen ich liegen...

Wenn im Feenwald nachts die Sternblumen blüh'n,
Wende Dich ab und versuche zu flieh'n,
Denn die Feen dort, sie haben kein Herz...
Ihre Spiele bereiten nur Trauer und Schmerz.


Der Tag war schon hell, als ich zu mir kam,
Noch immer lag ich in seinem Arm.
Doch war er nun wieder leblos und kalt...
Und ich machte mich auf meinen Weg aus dem Wald.
Den Blick gesenkt, sah nicht einmal zurück,
Als tief in mir, spürte ich, fehlte ein Stück.
Mein Herz, so kalt wie der leblose Stein,
Führt mein Weg mich fort... von nun an allein.

Wenn im Feenwald nachts die Sternblumen blüh'n,
Wende Dich ab und versuche zu flieh'n,
Denn die Feen dort, sie haben kein Herz...
Ihre Spiele bereiten nur Trauer und Schmerz.